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Existieren flexible und zugleich widerstandsfähige Organisationsformen, die ihre Tauglichkeit in allen Arten von Unternehmen beweisen und dabei eine generelle Wettbewerbsfähigkeit fördern?

Die Ansprüche an universell nutzbare Arrangements erscheinen hoch, weshalb die Suche nach dem „GRAL“ einer optimalen Struktur nicht ganz einfach ist. Manche Fachleute favorisieren Netzwerke.

Nichtsdestotrotz könnte ein katastrophales Ereignis in der Geschichte der Kelten des Chiemgaus den Weg zu einer Lösung weisen, als dem Volksstamm der „Himmel“ buchstäblich „auf den Kopf fiel“. Teil I von III

Von den Kelten in die Moderne

Als Kelten bezeichnete man jene Volksgruppen, die in der mitteleuropäischen Eisenzeit (800 v.Chr. bis zum Jahre 100) zwischen Nordspanien, über Frankreich bis nach Slowenien und Nordkroatien gelebt haben.

Während der Römerzeit gehörten die keltischen Stämme der NORIKER des Chiemgaus, anscheinend zu den wenigen Ablegern dieses Volkes, die von den Römern nicht direkt unterworfen wurden.

Man könnte es auch als eine indirekte Form der Romanisierung deuten, die ab 170 v.Chr. sogar mit einem Freundschaftsvertrag besiegelt wurde.

Vermutlich waren den Römern die Handelsinteressen wesentlich wichtiger, zumal die Kelten als ausgezeichnete Experten der Schmiedekunst für alle Arten von Hieb- und Stichwaffen galten.

Vor allem die keltischen Schwerter hatten es den Römern angetan, da deren Metall - das „ferrum noricum“ - als unvergleichlich flexibel und biegsam, aber zugleich extrem robust bekannt war.

Die Waffenschmieden der Chiemgauregion galten als „State of the Art“ der damaligen Zeit und die Kelten avancierten zu einem wichtigen Rüstungslieferanten der Römer, da deren Kunst militärische Vorteile bescheren konnte, was die Expansion des Reiches enorm begünstigte.

Was aber waren die Gründe für diesen Erfolg?

Lag es an den Künsten der Verarbeitungsmethode oder spielten gar die Rohstoffe eine gewichtige Rolle?

Heute ist anhand von Analysen dieser Waffen bekannt, dass deren brillante Zweckmäßigkeit wohl auf einer Modifikation von Kohlenstoff basierte, welchen die Eisen während der Bearbeitung aufnahmen.

In den Metallen der Klingen konnten geringe Nanopartikel an Diamant und verhältnismäßig viele an FULLERENE nachgewiesen werden, was sehr untypisch ist, denn diese Produkte können eigentlich nur unter extrem hohen Druck und Temperaturen entstehen.

Gerade das Vorhandensein der FULLERENE wirft einige Fragen auf, denn in der freien Natur kann man dieses Kohlenstoffmolekül eigentlich nur sehr selten vorfinden.

Aufgrund der extrem hohen Anforderungen an die Synthese des Moleküls, kann eine rein zufällige und industriell anmutende Herstellung des Produkts durch die Kelten auch ausgeschlossen werden.

Vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass diese Kohlenstoffmodifikation der Fullerene erst im Jahre 1970 theoretisch vorhergesagt und 1996 mit dem Nobelpreis für Chemie versehen wurde.

Die Region des Chiemgaus und deren Vorkommen müssten demnach spezifische Besonderheiten und Anomalien aufweisen, die zu einer derart chemischen Zusammensetzung der keltischen Waffen führen konnte.

Zu dieser Annahme passt die im Jahre 2000 geäußerte Vermutung einiger Archäologen, dass die Lage um den Chiemsee der Schauplatz einer kosmischen Katastrophe gewesen sein könnte.

Grundlage dieser Hypothese sind diverse Funde mittels Detektoren von eigenartigen Metallstücken, die man regelmäßig im Umfeld diverser Geländevertiefungen vorfinden konnte.

Die im Untergrund nachgewiesenen Metallstücke erwiesen sich als seltene „Eisensilizid-Minerale“, deren Vorkommen keiner natürlichen Form auf diesem Planeten entsprechen.

Komet

Ein Komet könnte für den potenziellen Impakt im Chiemgau verantwortlich gewesen sein

Es gibt also einige Anhaltspunkte für ein extraterrestrisches Bombardement und zwischenzeitlich, so heißt es zumindest, konnte ein Forschungsteam ca. 100 potenzielle Einschlagskrater auf einer Fläche von 58 KM x 27 KM zwischen Burghausen und dem Chiemsee dokumentieren.

Obwohl es bisher keine offizielle Bestätigung seitens des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt, das den möglichen Einschlag als Absurdität bezeichnet, mehren sich die Indizien der Impakttheorie durch Befunde geophysikalischer Anomalien oder Hochtemperatur- und Hochdruckmerkmale in den Gesteinen.

Einige Forscher sind deshalb der Meinung, dass die Vorfahren der Kelten-Römer zwischen 2200 und 500 v.Chr. von einem Kometen oder Asteroiden überrascht wurden, der nach dem Eindringen in die Atmosphäre mit der Wucht von 8000 Hiroshimabomben explodierte.

Es ist also kein Wunder, dass die größte Furcht der Kelten - gemäß der Überlieferung - darin bestand, falls ihnen der „Himmel auf den Kopf fallen“ sollte.

Wenn die Einschlagstheorie richtig ist, dürften Druckwelle, Hitze und Trümmerregen die Region auf jeden Fall total verwüstet, aber zugleich für eine hohe Anzahl extrem seltener Moleküle und Kristalle gesorgt haben.

Ohne Zweifel verweist zumindest die hohe Dichte an Fullerene der keltischen Klingen während der Römerzeit auf ein außergewöhnliches Ereignis in der Vergangenheit.

Aber ein Schaden ist selten ohne Nutzen, denn durch das entstandene Alleinstellungsmerkmal der Rohstoffe konnten die Noriker ihre Produkte auch hervorragend exportieren und vermarkten.

Was haben Fullerene mit Management zu tun?

Alles schön und gut werden Sie nun vielleicht denken, doch warum sollte diese Geschichte einer hypothetischen Katastrophe nun für das Management von Unternehmen interessant sein?

Tatsächlich ist der Sachverhalt von Bedeutung, da die Flexibilität und Robustheit der Keltenwaffen mit dem synthetischen Kohlenstoffmaterial in direkter Verbindung stehen.

Der Aufbau des Moleküls könnte demnach Hinweise darauf begeben, wie man die beiden Merkmale gekonnt in einer Struktur vereint. Das ist zumindest ein guter Ansatzpunkt, sich dieses Produkt genauer anzusehen.

Bei dem Fulleren handelt es sich um ein sphärisch anmutendes Makromolekül, welches aus einer massiven Ansammlung von Kohlenstoffatomen mit der Ordnungszahl 6 (Atom mit sechs Protonen) besteht.

Natürliche Vorkommen sind außerordentlich selten. Man kann sie meist in den Kratern von Meteoriteneinschlägen, planetarischen Nebeln und sonderbarerweise im Ruß von Kerzen vorfinden, dort aber in sehr geringen Mengen.

Eine synthetische Herstellung der Fullerene funktioniert, indem ein kristalliner Kohlenstoff, z.B. Graphit, mit einem pulsierenden Laser bestrahlt wird, wobei das Produkt im „verdampfenden“ Plasma des Graphits enthalten ist.

Die entstehende Struktur ist deshalb so bemerkenswert, weil sich die Kohlenstoffatome nun zu einer hohlen Sphäre von Fünf- und Sechsecken anordnen, was zu einer außergewöhnlichen Plastizität und gleichzeitiger Stabilität der gesamten Struktur führt.

Durch die Vermischung der Anordnung von Penta- und Hexagonen besitzen die Fullerene eine erstaunliche Ähnlichkeit zu Fußbällen. Die bekanntesten Vertreter dieses Produkts besitzen 60 Kohlenstoffatome, wobei es aber auch Verbindungen von 70, 76, 80, 82, 84, 86 und 90 Atomen geben kann.

Fussball

Das Fulleren hat die Anmutung eines Fussballs.

Eigene Abbildung ©ajv Bintelligence

Am stabilsten erweisen sich die Hohlmoleküle aber, falls die Fünfecke von Sechsecken umgeben sind und die Atome eine „magische“ Anzahl von 60, 70 oder 76 Verbindungen aufweisen.

Zu den besterforschten Fullerene gehört das C60-Molekül mit 60 Atomen, welches in Reminiszenz an die Konstruktionen geodätischer Kuppeln des amerikanischen Architekten Richard Buckminster Fuller (1895 – 1983) auch als „Buckyball“ bezeichnet wird.

Fullerene

Die "abgeflachte" Strutur eines Fullerens.

Eigene Abbildung ©ajv Bintelligence

Der „Buckyball“ ist ein archimedischer Körper, den man in der Mathematik auch als abgestumpftes Ikosaeder bezeichnet. Der Körper bildet sich aus 12 regelmäßigen Fünfecken und 20 regelmäßigen Sechsecken, die zusammen (12+20) 32 Flächen mit 90 Kanten und 60 Eckpunkten ergeben.

Die Besonderheiten des Körpers bestehen darin, dass alle Fünfecke, gemäß der „isolated pentagon rule“, isoliert sind und jeweils fünf Sechsecke einen geschlossenen Ring um die Fünfecke bilden.

Fussball

Die Anordnung der Ringe ist farblich gekennzeichnet.

Eigene Abbildung ©ajv Bintelligence

Ferner „schlängeln“ sich zehn angrenzende Sechsecke um den Äquator der Struktur, währenddessen die beiden anderen Hexagon-Ringe in einer zueinander asymmetrischen Anordnung an den Polen der Sphäre verortet sind.

Es mag sein, dass diese geometrische Beschreibung verwirrend wirken kann, da sich auf den ersten Blick kein offensichtlicher Zusammenhang mit einem potenziellen Management von Unternehmen zu ergeben scheint.

Die berechtigte Frage dürfte sein, wie man diese sehr spezielle Topologie der „Buckyballs“ eigentlich sinnvoll nutzen könnte?

Sicherlich könnte man mit einem größeren Gerät dieser Form auch Spaß beim Fußballspielen im Park haben, aber möglicherweise lässt sich dieses Gebilde auch für eine perfekte Organisation komplex adaptiv ausgerichteter Systeme der Vernetzung verwenden. Doch was ist damit gemeint?

Dabei handelt es sich um echte Netzwerke, die man auch als natürliche Systeme bezeichnet, wobei organische Strukturen der Biologie im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

Als natürliche Systeme gelten alle Formen lebensfähiger Organismen (z.B. Pflanzen, Tiere, Menschen) und deren Derivate (z.B. Ökosysteme, soziale Gruppen), die sich aus der zwanglosen Ansammlung einer Vielzahl individueller Elemente konstituieren und temporal-interaktive Relationen eingehen, die einer zeitlich begrenzten Strukturbildung dienen.

Anmerkung: Wenn Sie mehr über künstliche und natürliche Systeme erfahren möchten, empfiehlt sich der Beitrag DEEPendencies“ auf dieser Website.

Das ist ein zugegeben anspruchsvolles Thema, dem man sich eigentlich nur mit Interdisziplinarität, z.B. durch den Einsatz von Systemtheorie und Kybernetik nähern sollte, was aber den Umfang des Beitrages definitiv „sprengen“ würde.

Ohne nun großartig auf die Systemtheorie einzugehen, genügt es zu wissen, dass natürliche Systeme deren Befinden durch ein Management der Vernetzung von Vielfalt oder Diversität steuern und die Gleichgewichte der Operationen eine Hauptrolle besetzen.

Das bedeutet, dass die Funktionalität eines Verbundes und dessen Nachhaltigkeit stets oberste Priorität besitzen. Die Zielrichtung solcher Gebilde ist zwar relativ bestimmbar, aber zugleich von einer extrem hohen Existenzförderung und Entwicklung geprägt.

Die Besonderheit der Ausrichtung, auf eine intrinsische Entfaltung, evoziert Progressivität und besitzt Implikationen.

Konsequenterweise resultiert die etwaige Ausbringung von Produkten natürlicher Systeme nur aus Ableitungen der Funktionalität der Struktur und kann deshalb auch kein Primat von Planungen sein, die auf einem akademischen Reduktionismus beruhen.

Solche Systeme sind Evolutionsmaschinen der Anpassung, weshalb sich ein „Status Quo“ absoluter Vorgaben als kontraproduktiv erweisen kann.

Getragen wird die evolutive Funktionalität dieser Netzwerke durch strategische Anordnungen der Mittelverwendung, die einen selbstreferenziellen Nutzen bewirken, der innerhalb eines Kollektivs zu Abhängigkeiten der beteiligten Elemente führt.

Die Synergie (2+2=5) eines gegenseitigen Nutzens befähigt derartige Gebilde dann zu einer weitgehenden Selbstorganisation auf der taktischen Ebene, weshalb Netze mit sehr flachen Hierarchien operieren können.

Im nächsten Kapitel werfen wir einen Blick auf Stafford Beers "Viable System Model". Zum Weiterlesen klicken Sie bitte folgenden Link zu Kapitel Zwei.

Zu Teil 2



Text by Anton Seidl - © ajv Bintelligence - IHR Experte für integrales Management und fraktale Organisationsentwicklung

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