Organizational META-Design

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der smarte „Fail-Safe“-Pfad zu effektiven Strukturen

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Die „besten“ Fehler in sozialen Systemen sind jene, die gar nicht erst entstehen.

Das erfordert einen antizipativen Umgang mit inhärenter Vielfalt, die einen situativen Einsatz unterstützt.

Die wirksame Methode ist eine Abstraktion von Materialität, indem die richtigen Infrastrukturen der Kommunikation gebildet werden.

 

 

Mit dem 1981er Album „Ghost in the Machine“ beschrieb die englische New-Wave-Band „The Police“ bereits relativ gut, welche Schwierigkeiten mit einer analytischen Fehlerbehebung im systemischen Kontext einhergehen können. Den Geist oder das Eigenleben einer „Maschine“ sollte man stets auf dem Bildschirm haben.

 

Wenn das Ganze mehr, als die Summe seiner Teile ist, kann eine Teilbereichsoptimierung partizipierender Elemente schnell zu einem Ausgangspunkt der Verkettung weiterer Fehler avancieren. Dies geschieht in sozialen Systemen ziemlich oft, weil der vernetzten Interaktion eine exponentielle Fähigkeit an Information innewohnt.

 

Man vernachlässigt, dass Wechselwirkungen einen Treibsatz enthalten, der die Ausgangslage der Anordnung von Information in Systemen komplett verändern kann. Es ist deshalb möglich, dass ein interaktives Ergebnis, keine konkludenten Rückschlüsse auf das stoffliche Attribut und den Beitrag der beteiligten Elemente erlaubt.      

 

Das damit verbundene Ärgernis der Entstehung nennt sich Vielfalt, was auch als „Komplexität“ bezeichnet wird. Interessant wird die Sache, wenn man sich damit beschäftigen soll, aber keine Ahnung davon hat, was der Ausdruck tatsächlich bedeutet.

 

Manche „Experten“ sehen den Begriff gerne, als eine Art der Steigerungsform von Kompliziertheit, wodurch die kausalen Zusammenhänge einer vermeintlich linearen Transparenz in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Ausdruck wird als ein befremdender Zustand von Nichtlinearität skizziert, der sehr überraschende Resultate hervorbringen kann und keine Zuordnung von Ursache zu Wirkung unterstützt.

 

Zwar ist die Beschreibung richtig, aber die Expertise der großen „Aufklärung“ endet meist auch an diesem Punkt. Den Hinweis auf das Initial, den Aufbau und die Eigenschaften der großen „Verwunderung“ erspart man sich gerne, falls das vorhandene „Wissen“ unzureichend ist. Kann man dieses Enigma besser ausleuchten?

 

Vielfalt ist ein Phänomen der Information, wobei die Konstitution der Entität an ein Medium gebunden ist und jener Hintergrund kann einer oszillierenden Variation der Form unterliegen.

 

Es handelt sich um in-Form gebrachte Unterscheidungen, deren Rückkopplung zu „Schwingungen“ führt und Kommunikation befähigt.

 

Dieses „Aufschaukeln“ zwischen Form und Medium besitzt eine Mächtigkeit, die den Pfad von simpel zu kontextual ermöglicht, indem sich Operator und Operand kontinuierlich verändern können. Das lässt sich nachvollziehen, wenn man Bleistift und Papier zur Hand nimmt:

 

Das Papier (Medium) erlaubt Striche (Form). Einer erneuten Verwendung einfacher Striche (Medium) können Buchstaben (Form) erwachsen, Buchstaben (Medium) sind die Voraussetzung für Wörter (Form), Wörter (Medium) sind die Grundlage für Sätze (Form) und Sätze (Medium) wiederum sind elementar für die Bildung von Regeln (Form) der Interaktion.

 

Dem Überlagerungszustand simpler Unterscheidungen ergehen „n“-Dimensionen, gleich einer wellenartigen Amplitude, die sich durch Frequenz und Länge der Schwankungen auszeichnet. Es gibt nur eine Komplexität, die sich mit unterschiedlichen Schattierungen der Vielfalt von leicht, kompliziert, kontextuell und chaotisch präsentieren kann.  

 

In sozialen Netzen, wie Unternehmen es sind, korreliert diese Auslenkung mit dem Aggregatszustand der Verbindungen (Edges) zwischen den Knotenpunkten (Vertices), wobei der Umfang an Ordnungsparametern (Regeln) eines Systems, die Leistungsfähigkeit einer handlungsauslösenden Kommunikation definiert.

 

Solche Beziehungsgeflechte können entweder relativ „feste“, „flüssige“ oder „stark fluktuierende“ Ausprägungen aufweisen, indem eine hohe, mittlere oder geringe Anzahl an Algorithmen zum Einsatz kommt und somit den Grad an Vielfalt in Systemen beeinflusst. Eine geringe oder hohe Komplexität wird man also dort antreffen, wo die Anzahl an Ordnungsparametern entweder hoch oder gering ist. 

 

Wichtig wird ein solches Verständnis spätestens dann, wenn unter dem Einfluss rasch wechselnder Umweltbedingungen operiert werden muss, wobei die Instabilität aus einer hohen, exogenen Vielfalt hervorgeht. Das Primat der schnellen Anpassung erfordert eine angemessene „Augenhöhe“ an endogener Diversität.

 

Es dürfte daher einleuchtend sein, dass jede Adaption einen „Booster“ an Information benötigt, dessen Mächtigkeit sich durch das Management einer internen Vielfalt auszeichnet und dabei jede Stofflichkeit oder Materialität abstrahiert.

 

Kurioserweise wird in vielen Betrieben genau das Gegenteil praktiziert. Anpassung wird durch eine prozessorientierte Optimierung beteiligter Komponenten betrieben, anstatt sich auf die Trimmung derer Beziehungen und die Genese von Vielfalt zu fokussieren.    

 

Die ganzheitliche Blindheit evoziert eine tradierte Art von „Selbstbeschäftigung“ der Tiefe und eine „Verstümmelungvon Diversität in der Breite. Die Konsequenz sind verminderte Perspektiven und veritable Anpassungsprobleme. Der elementare Austausch an Information wird ignoriert, weshalb immer wieder Kommunikationsbrüche auftreten.

 

Das analytische Paradigma unterminiert eine handlungsauslösende Vielfalt erforderlicher Kommunikation und wird zum Ausgangspunkt punktueller Engpässe und genereller Überlastungen. Derartige Schwierigkeiten lassen sich nur dann verlässlich beheben, falls Materialität konsequent abstrahiert wird.

 

Hierzu bedarf es eines „Infrastructure Engineerings“ der Kommunikation, dass auf die Bereitstellung einer situativ einsetzbaren Diversität an Information ausgerichtet wird, wobei relationale Meta-Ebenen im Blickpunkt stehen. Antizipation lautet das simple Zauberwort, dem man sich dennoch auf zweierlei Arten nähern kann.  

 

Analytik erarbeitet eine Vielzahl diverser Algorithmen oder Regeln „ex Ante“, die dann zum Einsatz kommen, falls gewisse Probleme auftreten. Dieser Weg dürfte unverhältnismäßig sein, da sich Eventualitäten schlecht planen lassen.

 

Integration ist schlauer, da eine konzeptionelle „ex-Ante“ Verdrahtung von Kommunikationspfaden auf die Vermeidung von Brüchen abzielt. Die ausrichtende Gestaltung befasst sich mit einer Knotenpunkt-Komplementarität und der Durchlässigkeit an Information in Netzen, wobei eine situativ erforderliche Vielfalt der Bewältigung unerwarteter Probleme dient.   

 

Der Vorteil dieser Methode ist offensichtlich, denn sie ist ressourcenschonend und berührt physisch gewachsene Strukturen (siehe Organigramme) - falls überhaupt - nur indirekt. Zur Modellierung eines „Expect the Unexpected“ ist kein wirklich materieller Eingriff in vorhandene Strukturen notwendig und selbst Kulturen lassen sich darüber beeinflussen.

 

Advanced Problem Solving“ bedeutet Vorsorge, dass bestimmte Fehler erst gar nicht auftreten. In sozialen Systemen ist dies eine Frage der Vermeidung von Brüchen der Information, da Handlungen und deren Antizipation auf einer bestimmten Vielfalt von Kommunikation beruhen, die zudem steuerbar ist.

 

Des Rätsels Lösung liegt in der angemessenen Gestaltung von sog. „Meta-Ebenen-Highways“ der Information verortet. Durchlässige Infrastruktur-Konzeptionen sorgen für die richtige Adressierung komplexer Inhalte, falls eine nachhaltige Behebung von Fehlern und adäquate Anpassung, mittels Antizipation, verfolgt werden sollte.

 

Haben Sie Fragen? Gerne stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Herzlichst Anton Seidl.

 

 
 
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